Startseite  |  Ortsplan  |  Suchen  
menü




Gleidinger Sagen

Der schwarze Ritter

Als vor vielen, vielen Jahren deutsche Ritter in den Kampf gegen die Türken zogen, da nahm auch ein mutiger Reitersmann vom Gleidinger Ritterhofe an einem solchen Kriegszug teil. Bei seiner Rückkehr brachte er außer einer türkischen Fahne mit arabischer Inschrift auch eine türkische Frau mit. Lange Zeit lebte der Ritter mit der Türkin in glücklicher Ehe, aber dann mochte er die fremde Frau doch nicht mehr leiden. Nach einem heftigen Streit ergriff er sie und brachte in ein Zimmer dicht unter dem Dach seines Hauses. Damit sie nicht entfliehen konnte, wurde sie angeschmiedet; hier starb sie den qualvollen Hungertod.

Der Ritter aber schwang sich auf sein Pferd und jagte davon. Nirgends konnte er Ruhe finden, immer hörte er die Frage in seinem Ohr klingen: "Was hast du getan?"

Was aus ihm geworden ist , weiß man heute nicht mehr. Wenn aber die Mitternachtsstunde gekommen ist, dann reitet ungesehen und ungehört ein schwarzer Ritter auf dem Ritterhof. Ross und Reiter steigen die Haustreppe hinauf, bis sie zu dem Gefängnis kommen, in dem die Unglückliche verschmachtete. Wenn die Mitternachtsstunde vorüber ist, jagt der friedlose Ritter wieder davon.

Die Türkenfahne soll übrigens bis zum 19. Jahrhundert in der Gleidinger Kirche gehangen haben.


Der alte Stellmacher Münstermann

Es trug sich einmal zu, dass der alte Stellmacher Münstermann vor seinem Hause stand und Holz spaltete. Da kam ein von Reden vom Adelshofe des Weges daher, setzte sich auf einen dicht daneben stehenden Hauklotz und unterhielt sich mit dem Handwerker. Dieser war dafür bekannt, dass er ein wirklicher Meister seines Fachs war und sein Handwerkszeug zu gebrauchen verstand. Er hatte während der Unterhaltung weitergearbeitet und als der Herr von Reden sich wieder einmal ihm zuwandte, erfasste ein Windstoß den aus kostbarem Stoff gearbeiteten Mantel des Herrn und wehte einen Zipfel zu Münstermann herüber. Wie es das Unglück wollte, schlug derselbe gerade in diesem Augenblick mit dem scharfen Beil zu und hieb den Zipfel ab. Er erschrak sehr und ahnte nichts Gutes, als der Herr von Reden aufstand und wortlos davonging.

Und tatsächlich erschien kurze Zeit später ein Diener vom Adelshofe und forderte den alten Münstermann auf, sich im Rittersaal des Gutshofes einzufinden. Als er dort eintraf, fand er dort den Richter und einige Beisitzer vor, die vor sich das Richtschwert liegen hatten. Sie klagten den zu Tode erschrockenen Stellmacher an, mutwillig das Eigentum seines Herrn beschädigt zu haben und verurteilten ihn zum Tode durch das Schwert.

Mit dem Mute der Verzweifelung beteuerte Münstermann jedoch immer wieder, dass er niemals die Absicht gehabt habe, dem Herrn von Reden Schaden zuzufügen. Schließlich erweichte sich das Herz des Richters und er ordnete an, dass er straffrei ausgehen solle, wenn es ihm gelänge ,einen großen Hauklotz, der auf dem Innenhofe des Ritterguts stand, mit einem Beilhieb zu spalten.

Münstermann war darauf verzagt und mutlos, doch der Richter blieb bei seinem Spruch. Seine Hände zitterten, als er sein inzwischen herbei geholtes Beil ergriff und zu dem Kloben ging. Die umstehenden Zuschauer waren mucksmäuschenstill, als er mit weitem Schwung ausholte und zuschlug. Ein einziger Jubelschrei erhob sich jedoch, als der Klotz durch die Wucht des Schlages in weitem Bogen auseinander flog.

So wurde Münstermann frei. Er ging jedoch fortan den Herren von Reden in weitem Bogen aus dem Weg, sobald einer von ihnen in seine Nähe kam.


Text aus 1000 Gleidingen

Die Zuwanderung
Geschichtliches über die Zuwanderung der Juden in Gleidingen

Die Posthalterei
Die Poststation zwischen Hannovr und Hildesheim

Der Hof Flohr
Einer der ältesten Höfe in Gleidingen

Sagen
Über den schwarzen Ritter und dem Stellmacher Münstermann

Die Mühle
Die Errichtung einer Mühle in Gleidingen

Die 1. Apotheke
Die erste Apothe in Gleidingen

Der 1. Weltkrieg
Gleidingen im ersten Weltkrieg 1914 / 1918

1933 bis 1945
Gleidingen während der Jahre 1933 bis 1945

Ölfieber
Ölfieber in Gleidingen

Gebietsreform
Der Zusammenschluss mit der Stadt Laatzen









Impressum